Osterbräuche um die ganze Welt

Osterbrauch – wie feiert die Welt?

IconSchlange

Osterbrauch einmal von einem anderen Land aus gesehen. Das ist spannend. Menschen auf der ganzen Welt feiern Ostern eben unterschiedlich. Nachdem der lange Winter endlich vorbei ist erwacht die Natur wieder von Neuem. Draußen wird es immer wärmer und die vielen Bäume und Pflanzen treiben aus. Ein buntes Naturschauspiel in dem sich der Osterhase besonders wohl fühlt. Hier kann er ganz viele Verstecke finden und so füllt er die kleinen Nester mit Überraschungen für die Kinder.

Osterbräuche um die ganze Welt

Osterbrauch – wie feiert man das in anderen Ländern?

Da Ei gilt als Sinnbild neuen Lebens und der Fruchtbarkeit. Aber auch den Hasen kennt man als Begleiter der Fruchtbarkeitsgöttin Ostara. Der Winter ist vorbei und all das Federvieh beginnt wieder Eier zu legen. Daher kommt wahrscheinlich auch die Tradition des Eiersuchens. Hühner legten ihre Eier irgendwo ab – also so begann die Suche.

Ostern wird auf der ganzen Welt gefeiert, aber eben in jedem Land ein bisschen anders. Mit vielen verrückten und lustigen Bräuchen. Hier ein paar davon.

Österreich – Osterfeuer, Ratschen und Böller

Gefeiert wird in den Bundesländern unterschiedlich. Gründonnerstag soll man nur Grünes essen, auf keinen Fall Fleisch, ebenso wie Karfreitag. Also so sind etwa Spinat, Salat, Brokkoli sind angesagt. Am Ostersamstag geht es dann auf zur Fleischweihe. Körbe voll mit Würsten, Schinken, Speck, sowie Osterbrot oder Reinling warten auf die Weihe des Pfarrers. Aber dann geht es auf nach Hause und es darf nach der langen Fastenzeit so richtig geschlemmt werden.

Der Ostersonntag ist dann der Tag der Kinder an dem sie die Nesterln suchen dürfen, die der Osterhase versteckt hat. In einigen Bundesländern ist es auch Brauch mit den Osterratschn einen Riesenlärm zu veranstalten, oder es werden wie in Kärnten Böller geschossen. Riesige Osterfeuer werden angezündet und Freunde und Familie treffen sich um sich Glück zu wünschen. Auch gibt es Traditionen wo es versucht wird ein geweihtes Ei über das Hausdach zu schießen. Das bringt Glück und bewahrt das Haus von Unglück oder Feuer.

Italien und die Colomba Pasquale

Colomba ist ein Taube und als besondere Osterspezialität kommt ein Mandelkuchen in Taubenform auf den Ostertisch. Ebenso gibt es die Torta verde ein pikanter Kuchen mit Spinat und Eier gefüllt. Auch dürfen die riesigen Ostereier nicht fehlen. Ganz wichtig für die Italiener ist es an Prozessionen teilzunehmen und am Ostersonntag einen Ausflug mit der gesamten Familie zu machen.

Süsse Palmwedel aus Spanien

In Spanien wird der Osterbrauch ziemlich religiös gestaltet. Es gibt viele Prozessionen wie die „Samana Santas“ bei denen die Menschen lange Kutten mit spitzen Kapuzen tragen und mit einer Heiligenfigur durch die Straßen ziehen. Auch finden Totentänze von Skeletten statt, Strohpuppen werden verbrannt und eiserne Ketten gezogen. Schon irgendwie schräg, doch die Kinder nehmen ihre Palmwedel mit Süßigkeiten zur Ostermesse und lassen sie segnen.

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In Australien kommt zu Ostern der Bilby

Kinder fast auf der ganzen Welt freuen sich auf den Osterhasen.  In Australien kam es durch Einwanderer zu einer ziemlichen Kaninchenplage, die wiederum andere heimische Tierarten bedrohten. Also dachte man darüber nach einem anderen Tier den Osterauftrag zu erteilen. Es ist der Bilby, ein Beuteltier der, bei näherem Hinsehen doch eine gewisse Ähnlichkeit mit unserem Osterhasen hat. Bei uns ist er kaum bekannt, aber die Australier setzen alles daran dieses kleine Beuteltier zu schützen. Die Kinder bekommen zu Ostern diesen Bilby sogar in Form von Schokolade oder aus Plüsch.

Griechenland – Lamm und Feuerwerkschlacht

Der Osterbrauch ist in Griechenland wohl eines der wichtigsten Feste im Jahr. Langwierige feierliche Zeremonien und Prozessionen gehören  dazu. Am Ostersamstag endet in diesem Land die Fastenzeit mit einer Ostersuppe. Am Ostersonntag wird mit Lammbraten und Rotwein ziemlich ordentlich gefeiert.

Allerdings sieht es auf der Insel Chios anders aus. Zwei befeindete Dörfer zelebrieren das auf ihre Weise. Sie bewerfen sich gegenseitig mit Feuerwerkskörper.

Bulgarien – Osterbrauch mit Eierschlacht

Eier gehören einfach zu Ostern und in Bulgarien spielen sie zusätzlich eine traditionsbewusste Rolle. Am Gründonnerstag färben die Menschen ihre Eier, wobei das erste rot angemalt wird. Mit einem roten Ei streicht die älteste Frau im Haushalt, meistens die Oma, den Kindern über das Gesicht. Dies soll die Kinder vor Krankheit schützen.

Aber am Ostersonntag, nach der Messe geht es so richtig los. Familienmitglieder, Freunde und sogar die Kirchenwände werden mit  Ostereiern beworfen. Bleibt dabei ein Ei unbeschädigt, so erfreut sich der Werfer darüber das erfolgreichstes Familienmitglied zu sein.

Dänemark der geheimnisvolle Osterbrauch

Diesen Osterbrauch gibt es in Dänemark schon seit 500 Jahren. Kinder basteln einen Narrenbrief, einen sogenannten „Gækkebrev“. Er ist kunstvoll bemalt und in der Mitte steht ein selbst erfundenes Gedicht. Unterschrieben wird der Brief mit Punkten statt Namen. Die Eltern müssen nun raten von wem dieser Brief verfasst wurde. Das erraten sie natürlich nie. Also müssen sie dem Absender eine Schokoladenei schenken.

In Finnland setzt es eine Tracht Prügel

Allerdings schon am Palmsonntag. Palmwedel sind in Finnland schwer zu bekommen also bedient man sich mit Birkenruten. Mit leichten Schlägen auf den Rücken wünscht man sich Glück und Gesundheit. Es soll an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnern. Von Karfreitag bis Ostersonntag dauert die Trauerzeit. Aber am Ostersonntag wird diese Zeit von kleinen Osterhexen beendet.

In Frankreich schweigen die Kirchenglocken

Denn sie sind auf Besuch beim Papst in Rom. Karfreitag gibt es in ganz Frankreich Prozessionen. Am Ostersonntag kommen die Glocken zurück und bringen Süßigkeiten mit, die natürlich versteckt werden. Osterglocken aus Schokolade gehören zu den wichtigsten Osterüberraschungen. Ostereier werden hoch in die Luft geworfen und welches als letztes zu Boden fällt – diese Ei hat gewonnen.

Osterbrauch in Großbritannien – ziemlich schräg

Da gibt es einige Variationen, die wir bei uns nicht wirklich kennen. Da werden zum Beispiel die Namen der Kinder auf die Ostereier geschrieben. Dann werden alle in ein Sieb geschüttet und geschüttelt. Das Ei, das ganz bleibt  gewinnt. Oder am Ostersonntag steigen die Waliser bei Sonnenaufgang auf einen Hügel und schlagen Purzelbäume, Engländer streicheln einander mit Palmkätzchen, Schotten zelebrieren Ostern mit dem keltischen Osterfeuer und sogar die Queen nimmt Teil. Am Maundy Thursday ( Gründonnerstag) verteilt sie Geld, je nachdem wie alt sie gerade ist. Zum Beispiel in diesem Jahr ist sie 93 Jahre alt, also bekommen 93 arme Pensionisten jeweils 93 Pence.

Haiti – Papierdrachen, Zaubertänze und Dämonen

Am Karfreitag sieht man am Himmel kunstvolle Papierdrachen, die Kindern monatelang gebastelt haben. Rhytmischer geht es dann mit den „Oster-Raras“ zu. Hier tanzen Akrobaten mit Naturinstrumenten und gruseligen Zauberrelikte sowie lauten Blechdosen durch die Straßen. Begonnen wird der Umzug vor dem Haus des „Houngans“ einem Zauberer, der soll die Dämonen rufen.

Aber am Ostersonntag wird mit einem Festmahl gefeiert und aus klimatischen Gründen flüssige Schokolade genossen.

Zypern und jedem seine Osterkerze

Die Ostermesse zu Mitternacht ist etwas sehr feierlich. Alle Lichter in der Kirche verlöschen und jeder Kirchengänger entzündet seine eigens mitgebrachte Osterkerze. Die wird dann vorsichtig nach Hause gebracht. „Flaounes“ ist ein traditionelles Ostergebäck das von den Hausfrauen auf Zypern in einem Lehmofen gebacken werden dürfen erst nach der Messe gegessen werden. Diese köstlichen Teigtaschen sind gefüllt mit Rosinen und Käse.

Osterbrauch in Irland – sehr eigenartig

In Irland ist dieser Brauch sehr skurril. In den Dörfern ziehen feierliche Prozessionen am Ostersonntag zu einer nahegelegenen Wiese. Kleine Heringe begräbt man in vorher ausgehobenen kleinen Gräbern. Dies soll das Ende der Fastenzeit symbolisieren und den Verzehr von Fleisch wieder ermöglichen.

In Polen wird es richtig nass

„Smigus Dyngus“ , der nasse Montag, ist ein sehr alter Osterbrauch. So werden am Ostermontag Frauen mit kaltem Wasser geduscht. Seit dem Mittelalter war es üblich, dass Männer in der Früh zu den Häusern der schönsten Frauen gingen und diese mit Wasser begossen. Zwar über und über nass beklagte sich niemand über das eigenartige Lob. Heutzutage kommt es zu regelrechten Wasserschlachten mit vollen Eimern, Wasserbomben und Wasserpistolen. Auf der Straße ist also kaum eine Frau sicher.

Ungarn – Wasser marsch

Ähnlich wie in Polen gibt es den Brauch der Wasserdusche in Ungarn. Allerdings sollten die Männer ein Gedicht vorbereitet haben. Dadurch bitten sie um Erlaubnis die angebetete Schönheit zu übergießen um sie aufblühen zu lassen. Als Dank für die Dusche schenken die Frauen den Männern ein rotes Osterei. Das Eierlaufen hat auch in Ungarn Tradition. Bei diesem Wettbewerb geht es darum so schnell als möglich das Ei auf einem Löffel ins Ziel zu bringen.

Island mit den Rieseneiern

Die Häuser in Island sind mit bunten Ostereiern, Osterglocken, Küken und Zweigen geschmückt.  Riesige Ostereier überreicht man seinen Liebsten. Diese sind gefüllt mit den verschiedensten Leckereien und einem weisen Spruch. Diese Eier wiegen zwischen 200g und 1,5 kg.

In Kroatien gibt es zu Ostern neue Kleider

Ostereier werden in den verschiedensten kunstvollen Techniken gefertigt. Kinder laufen mit Klappern und kleinen Trompeten durch die Straßen um die fehlenden Kirchenglocken zu ersetzen. Und alles ist auf Neuanfang eingestimmt. Somit wird neue Kleidung zu Ostern das erste Mal getragen.

Lettland –  da spielen die Mücken eine Osterrolle

Zu Ostern suchen die Letten nach einem Bach mit sauberem Wasser. Es bringt Glück sich sein Gesicht darin zu waschen. Und dann geht es zum Osterschaukeln das die Menschen vor Mücken schützen soll und aber gleichzeitig Getreide und Tiere gedeihen lässt. Allerdings muss die Schaukel anschließend verbrannt werden, denn sonst treiben die Hexen auf den Schaukeln ihr Unwesen.

Philippinen – Kopf hoch

Am Ostersonntag während dem die Kirchenglocken läuten werden alle Kinder von ihren Eltern am Kopf hoch gehoben, damit sie besser wachsen. Eigenartig?! Aber es gibt auch Osterparaden mit Blumen geschmückt ebenso wie bunte Ostereier und Schokoladenhasen.

Schweden – Hexen mit bunten Kopftüchern und Kaffeekannen

Das Osterküken versteckt in Schweden die Eier, nicht der Osterhase. Osterweiber, kleine Hexen mit bunten Kopftüchern und Besenstielen schwirren am Gründonnerstag durch die Straßen. Mit leeren Kaffeekannen gehen sie von Haus zu Haus und bitten um Süßigkeiten. Dafür bekommt man wunderschön bemalte Osterbriefe. Und wenn man der Legende Glauben schenkt – die Osterhexe Påskkärring fliegt anschließend wieder für ein Jahr auf ihren Hexenberg Blåkulla.

Amerika und die Easter Parade in New York

In New York  geht es einfach turbulent und bunt zu. Die 5th Avenue ist übersät mit Blumen, ausgefallenen Kostümen und Hüten. Alt und jung sind unterwegs. Seit 150 Jahren dieses Schauspiel wo die Reichen und Schönen ihre tollsten Kleider präsentieren.

Im Weißen Haus findet für Kinder das „Eierrollen“ statt. Der Präsident verteilt Holzlöffel und Mitarbeiter im Hasenkostüm hoppeln herum und verteilen Schokolade.

Tschechien Osterbrauch mit Peitschenhieben

Mädchen werden mit speziell geflochtenen Weidenruten mehr oder weniger freundschaftlich gepeitscht. Dafür bleiben sie jung und gesund. Aber für diese Dreistigkeit erhalten die Burschen dafür sogar noch ein Geschenk – ein Osterei und ein buntes Band. Tschechien ist auch bekannt für die kunstvoll verzierten Ostereier.

Russland und das rote Ei

Ostern gehört zu den wichtigsten Feierlichkeiten, es ist das „Fest der Feste“ mit den verschiedensten Bräuchen. Prozessionen, Nachtwachen oder das Färben der Eier, sowie das Backen von Kulitsch einem besonderen Osterbrot gehören dazu. Alle Menschen gratulieren sich bei diesem Fest mit einem Kusswechsel und dann werden nur die roten kunstvoll gestalteten Eier getauscht.

Norwegen – Osterbrauch bei 10°C

In Norwegen ist es Tradition sich zu Ostern in eine Hütte in den verschneiten Bergen zurückzuziehen. Grund dafür ist eine Legende: Als sich Eis und Gletscher immer weiter nach Norden zurückzogen, also gegen Ende der Eiszeit soll der Stammestrottel eines nordischen Volkes einen Gletscher nachgelaufen sein und wie es der Zufall wollte , so Norwegen entdeckt haben. Also werden zu Ostern nun eisige Gebiete aufgesucht um diesen Mann zu würdigen. Bei 10°Celsius feiern dann manche Menschen draußen ihr Osterfest mit Osterlamm, Ostereier und einem Osterbier.

Schweiz und österliches Eiertütscha

Eiertütscha oder bei uns auch bekannt als Eierturtschen ist ein Spiel wo Kinder schnell zu etwas Taschengeld kommen. Die Kinder nehmen ein Osterei und ein Erwachsener muss nun versuchen dieses Ei mit einer Münze so zu treffen, dass die Münze im Ei steckenbleibt. Wenn es nicht gelingt, gehören Münze und Ei dem Kind.

Aber neben Ostereiern, Osterlamm, Osterweihen gibt es auch im Wallis einen Osterbrauch. Bei aufgehender Sonne fängt man die ersten Strahlen in einem Wasserbecken auf. Das soll Glück und Gesundheit  bringen. ©Bild 1- Shutterstock

 

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